Während Bund und Länder sich wegen des geplanten Digitalpaktes für die Schulen zanken, schaffen die Bildungs-Chancen-Lotterie und der Internationale Bund IB SüdFakten. 10.000 Euro an Fördermitteln bekommt der IB-Standort Reutlingen, um eine Klasse im dortigen Bildungszentrum mit Tablets auszurüsten. Und um im Bildungszentrum die notwendige WLAN-Struktur zu schaffen. Es ist ein Digitalpakt im Kleinen, der eines zeigt: Die Bildungs-Chancen-Lotterie kann – anders als der Staat – zielgenau, unkompliziert und pragmatisch helfen, wo in Sachen Bildung Not am Mann ist.

“smaRT – digital clever in Reutlingen” heißt das Bildungsprojekt, das im besten Sinne die Kriterien für die Bewilligung von Fördermitteln der Bildungs-Chancen-Lotterie erfüllt: Das Projekt setzt auf digitale Medienkompetenz und richtet sich insbesondere an Jugendliche mit Lernschwäche, Lernbehinderung und/oder Migrationshintergrund. Es gibt ihnen eine berufliche Qualifikation, die zugleich Lebensperspektive bedeutet. “Die Agentur für Arbeit finanziert die beruflichen Weiterbildungskurse. Das Geld ist aber nicht kostendeckend, wenn wir Jugendlichen mit digitalen Angeboten bessere Chancen am Arbeitsmarkt eröffnen wollen. Da sind wir auf Fördermittel wie die der Bildungs-Chancen-Lotterie angewiesen”, sagt Margit Rebmann, Bereichsleiterin des IB Süd.

“Die Apps auf den Mobilgeräten unserer Schüler beinhalten auditive, visuelle und spielerische Übungen, mit denen Lernen einfach Spaß macht. Dieser Spaßfaktor führt dazu, dass die Schüler auch zuhause gerne mit ihren Tablets und Smartphones lernen. Wir begehen mit den neuen Medien neue Lernwege. Digital lernen heißt selbstständiger lernen, seine Zeit zum Erlernen des Stoffes besser einteilen, bei problematischen Aufgaben nicht aufgeben, sondern durchhalten und die Lösung finden.”

Annette Lampert, Medientutorin

“smaRT – digital clever in Reutlingen” startet direkt zu Beginn des Jahres 2019. Dann werden acht Teilnehmer einer laufenden Fortbildungsmaßnahme mit den Tablets ausgerüstet. Dann heißt es im Unterricht nicht mehr “Handy weg!”, dann nehmen die Schüler des Kurses zusätzlich zu Lehrbuch und Heft den digitalen Bildschirm zur Hand. “Blended Learning” heißt im Fachjargon das Lernmodell, bei dem computergestütztes Lernen und klassischer Unterricht kombiniert werden. Die Schüler des smaRT-Kurses lernen digital den Stoff für Berufsfelder wie zum Beispiel Metall, Handel und Lager. Und sie lernen Deutsch. “Überall, auf allen Bildungsniveaus, haben heutzutage junge Menschen Defizite in der deutschen Sprache. Deshalb steht der Deutschunterricht ganz oben auf unserem Lehrplan”, so Rebmann.

Prof. Andreas Schlüter, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Bildungs-Chancen-Lotterie, fügt hinzu: “Digitale Medienkompetenz ist heutzutage im Berufsleben von essentieller Bedeutung. Da ist uns die Unterstützung von jungen Menschen in diesem Bereich ein besonders wichtiges Anliegen. Wir freuen uns, dass wir mit den 10.000 Euro, die wir dank der Loskäufe unserer Mitspieler ausschütten können, einen Digitalpakt im Kleinen schließen und das Reutlinger smaRT-Projekt auf den Weg bringen können.”