In zweiter Förderrunde erhält die Europaschule Jacob-und-Wilhelm-Grimm im Rahmen des Projekts „Schule in der digitalen Welt“ von der Bildungs-Chancen-Lotterie eine Zuwendung in Höhe von 33.000 Euro.

Der Stifterverband und die Heinz Nixdorf Stiftung fördern in Partnerschaft mit regionalen Stiftungen und Unternehmen ausgewählte Schulen in ganz Deutschland, die gemeinsam mit einer lehrerbildenden Hochschule Medienkonzepte für den Schulalltag entwickeln und umsetzen wollen. Kinder und Jugendliche sollen so strategisch kompetent auf ein Leben in der digitalen Welt vorbereitet werden. Mit der Fördersumme sollen die Schulen gemeinsam mit der jeweiligen Hochschule ihre Medienkonzepte gestalten und erproben, notwendige Kompetenzen vermitteln oder Hard- und Software anschaffen. Nach einer Juryauswahl aus 120 Bewerbungen wurden 14 Schulen aus verschiedenen Regionen Deutschlands, darunter die Europaschule Jakob-und-Wilhelm-Grimm in Erfurt, gemeinsam mit einer lehrerbildenden Hochschule gefördert.

Zu der finanziellen Zuwendung werden die geförderten Schulen zusammen mit der jeweiligen Hochschule in das neu gegründete Netzwerk „Schule in der digitalen Welt“ aufgenommen. Die Europaschule Jacob-und-Wilhelm-Grimm, Thüringens größte Grundschule, kooperiert dabei mit der Universität Erfurt. Hier erarbeiten sie gemeinsam transferfähige (Teil-)Konzepte, um digitale Medien erfolgreich in den Unterricht zu integrieren. Durch die Kooperation von Schulen und lehrerbildenden Hochschulen erhält die Lehrerausbildung gleichzeitig Impulse für den Erwerb von Kompetenzen, die angehende Lehrkräfte für einen zeitgemäßen Unterricht benötigen. Das Netzwerk der beteiligten Schulen und Hochschulen soll in den nächsten Monaten noch um weitere Teilnehmer erweitert werden.

Das Konzept der Europaschule: Unterschiedliche Sprachen und Kulturen für die Kinder begreifbar machen. Englisch- und Französischunterricht ab der ersten Klasse, Projektwochen und Feste sowie Kooperationen mit Schulen in unter anderem Estland und Italien tragen dazu bei, den Grundschülern früh das Gefühl eines europäischen Zusammenhalts zu vermitteln. Eine Zusammenarbeit zwischen der Europaschule und der Erfurter Universität gibt es schon seit vielen Jahren. Praktikanten sowie Studierende im Praxissemester würden regelmäßig an der Grundschule angelernt. An der Hochschule werden Lehramtsstudierende auf das digitale Lehren vorbereitet: „Technik unterstützt uns beim Lehren und Kinder beim Lernen“, sagt Universitätsprofessor Gerd Mannhaupt. „Wir unterrichten die Studierenden, wie sie digitale Inhalte sinnvoll integrieren können.“

„Seit Jahren kämpfen wir um W-LAN in den Klassenräumen. Dort stehen zwar Computer, aber im Internet kann man damit nicht recherchieren. Lediglich im PC-Kabinett befinden sich 15 Rechner mit Internetanschluss.“, sagt Annett Riede, Schulleiterin der Europaschule Jacob-und-Wilhelm-Grimm, die sich in besonderem Maße über die Förderung durch die Bildungs-Chancen-Lotterie freut. „Das erste und rahmengebende Ziel ist es nun, mit Hilfe externer Expertise zu Beginn des Förderzeitraums ein Medienkonzept zu entwickeln und dieses im Schulkonzept, Europaschule – Wir lernen für Europa‘ zu verankern.“ Mit der Fördersumme kann die Schule außerdem die notwendige Hard- und Software anschaffen. Die prämierten Schulen erhalten neben der finanziellen Unterstützung über das Förderprogramm außerdem auch bedarfsorientierte Weiterbildungs- oder Beratungsangebote. Das können beispielsweise schulinterne Fortbildungen für Lehrkräfte, Programmierkurse für Lehrer und Schüler oder Coachings auf der Ebene von Unterrichts- und Schulentwicklung sein.

Oft bekommen Viertklässler kurz vor dem Schulwechsel das erste eigene Handy. Den Umgang mit Tablet und Co. beherrschen die meisten Kinder da längst. Wie wichtig ist den Schülern selbst eine digitale Schule? „Wenn wir Internet im Klassenraum haben, können wir schnell und einfach an Informationen herankommen, wenn wir Fragen zu einem Thema haben“, sagt Felix (9). Die Nutzung von iPads würde außerdem Papier sparen und somit die Umwelt schonen. „Wir müssen aber auch noch mit der Hand schreiben, sonst kann das bald keiner mehr“, merkt Luca (10) an.